Politkolumne: Braunwald gemeinsam weiterdenken

Medienmitteilung

Politkolumne: Braunwald gemeinsam weiterdenken

Tobias Moser, GLP GL Süd, Schwanden: Wer über Braunwald spricht, spricht über ein Dorf, in dem Menschen leben, arbeiten und ihre Kinder aufziehen. Über Betriebe, die Arbeitsplätze schaffen. Und über einen Ort, mit dem viele Glarnerinnen und Glarner persönliche Erinnerungen verbinden. Entsprechend viel steht bei der Diskussion um die Sportbahnen auf dem Spiel.

Braunwald gemeinsam weiterdenken

Tobias Moser, GLP GL Süd, Schwanden

Für die einen geht es um vertraute Skitage, für andere um ihre berufliche Existenz. Diese Sorgen verdienen es, ernst genommen zu werden.

Gleichzeitig macht mir etwas Mut: Menschen schliessen sich zusammen, bringen Ideen ein und wollen Verantwortung übernehmen. Vereine, Gewerbetreibende, Einheimische und Gäste zeigen, wie viel ihnen Braunwald bedeutet. In diesem Engagement steckt eine grosse Stärke.

Schon 2023 habe ich in einer Kolumne die Frage aufgeworfen, wie Wintertourismus mit weniger Schnee aussehen könnte. In Braunwald wird deutlich, wie eng diese Zukunftsfrage mit dem Alltag und der wirtschaftlichen Perspektive eines ganzen Dorfs verbunden ist. Ein fertiges Betriebskonzept habe ich auch heute nicht. Meine Überzeugung bleibt: Wir müssen offen sein für neue Wege und den Menschen, die diesen Wandel vor Ort mittragen, eine echte Mitsprache ermöglichen.

Damit daraus eine tragfähige Zukunft entsteht, braucht es Offenheit auf allen Seiten. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und veränderte klimatische Bedingungen lassen sich nicht wegdiskutieren. Ebenso verdienen Vorschläge aus der Bevölkerung eine nachvollziehbare Prüfung. Wer mitdenken und mittragen soll, braucht verständliche Grundlagen und die Möglichkeit, tatsächlich etwas zu bewirken.

Dabei gilt es, das ganze Dorf im Blick zu behalten. Ein Angebot muss finanziell tragbar sein. Gleichzeitig löst der Wegfall des Skibetriebs einen gefährlichen Dominoeffekt aus. Wenn mit den Bahnen auch die Skischule oder Sommerangebote wie die Klettersteige ins Wanken geraten, trifft das Unterkünfte, Gewerbe und Familien existenziell. Beides gehört in eine sorgfältige Abwägung.

Braunwald bringt viel mit: die autofreie Lage, eine eindrückliche Bergwelt und Menschen, die sich mit ihrem Ort verbunden fühlen. Darauf lässt sich aufbauen. Die Politik kann Beteiligte zusammenbringen und die Entwicklung tragfähiger Lösungen unterstützen. Dazu gehört auch, offen über Kosten, Risiken und Grenzen zu sprechen.

Ich wünsche mir, dass aus der heutigen Auseinandersetzung neues Vertrauen wächst, Engagement auf offene Türen trifft und aus guten Ideen gemeinsame Vorhaben werden. Wer sich für Braunwald einsetzt, verdient Anerkennung und die Chance, die gemeinsame Zukunft mitzugestalten.